Zumindest eine Kettenreaktion bleibt aus
29.03.2011 22:14 von Andreas Hess
Fellbacher Zeitung, 29.03.2011, von Markus Merz
Badminton Beim SV Fellbach löst der Klassenverbleib der erstenMannschaft die Abstiegssorgen mehrerer Teams.
Von Markus Merz
Fabian Fritsche hat bis zum Schluss mitgezittert. Weil sich der 25-Jährige eine Woche zuvor eine Sprunggelenksverletzung zugezogen hatte, fehlte er den Badminton-Cracks des SV Fellbach am Samstag bei den entscheidenden Spielen gegen den Abstieg aus der Verbandsliga. Da das Team ohnehin schon mit Personalengpässen zu kämpfen hat, sprang für die erste Begegnung am Samstagnachmittag bei der KSG Gerlingen in Daniel Wuttke ein Akteur ein, der nur noch selten für die Verbandsliga-Formation zum Schläger greift. Zudem half Ulrich Ballhause aus, der als routinierter Doppel- und Mixed-Spieler gilt und ansonsten eigentlich nur noch für die dritte Mannschaft in der Landesliga zum Einsatz kommt. Mit den beiden reichte es beim Tabellenletzten KSG Gerlingen zu einem 7:1-Sieg. Später am Tag verlor der SVF dann zwar mit 2:6 bei der BG Bietigheim/Kleiningersheim, was dennoch zum Klassenverbleib reichte, weil die TS Esslingen ihr abschließendes Spiel gegen die Sportvg Feuerbach ebenfalls verlor. "Das war alles ganz schön knapp. Personell mussten wir wirklich jede Möglichkeit ausreizen. Einerseits wollten wir ja die erste Mannschaft starkmachen, andererseits aber auch die zweite und dritte Formation in der Landesliga nicht unnötig schwächen. Da sind bestimmt 40 E-Mails hin- und hergegangen", sagte Andreas Heß, der Sportwart der Badminton-Spieler des SV Fellbach.
Schließlich ging es auch für die zweite und dritte Mannschaft am Samstag in der Landesliga noch um den Klassenverbleib. Wobei auch das Abschneiden des ersten Teams von entscheidender Bedeutung war. Denn wäre die Formation um den verletzten Fabian Fritsche am Samstag abgestiegen, hätte sie nach den Landesliga-Ergebnissen (der SV Fellbach II verlor mit 3:5 gegen die DJK Ludwigsburg und gewann mit 6:2 gegen den TSV Korntal II, der SV Fellbach III gab mit einem 2:6 gegen den TSV Korntal II und einem 1:7 gegen die DJK Ludwigsburg alle Punkt ab) auch die dritte Formation zum Abstieg in die Bezirksliga gezwungen - und die vierte Mannschaft zum Abstieg in die Kreisliga.
Mit dem Klassenverbleib des ersten Teams ist die Kettenreaktion ausgeblieben. Wobei sich Andreas Heß und seine Mitstreiter in den kommenden Wochen nur bedingt zurücklehnen können, weil sich für die nächste Spielzeit gerade in der ersten Mannschaft personelle Engpässe ankündigen. So steht bereits fest, dass Kim Mayer den SV Fellbach verlassen und sich in der Nähe von Augsburg, wo er derzeit studiert, einen Verein suchen wird. Mit dem Abgang des Führungsspielers geht dann doch eine Kettenreaktion einher. Denn Kim Mayer ist mit seiner Mitspielerin Julia Zimmermann liiert, die vor der abgelaufenen Saison nur wegen Kim Mayer zum SV Fellbach gekommen war und das Team nun mit diesem wieder verlassen wird. "Gerade mit der Anzahl der Spielerinnen bekommen wir deshalb Probleme", sagt Andreas Heß hinsichtlich der kürzlich von Susanne Schmelzer erlittenen schweren Verletzung: "Sie wird wohl noch das gesamte Kalenderjahr ausfallen." Also benötigt der SV Fellbach Ersatz, der allerdings schwer zu finden sein dürfte. "Es gibt zwar ein paar Ideen, wie wir weiter vorgehen. Aber Ersatz ist zunächst einmal nicht in Sicht - auch nicht für Kim Mayer", sagt Andreas Heß, der die Planungen für die nächste Saison in den kommenden Tagen aufnehmen wird und bei der Suche nach neuen Spielern immerhin mit der Verbandsliga werben kann. Und in Fabian Fritsche dann ja auch wieder einen genesenen Spieler zur Verfügung haben dürfte.